Rund um die Zeitarbeit
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Infos zu Zeitarbeit

Arbeitnehmerüberlassung / Zeitarbeit
Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung ist eine moderne Beschäftigungsform, die sich in Deutschland in den 60er Jahren gebildet und durch eine stetige Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt etabliert hat. Zeitarbeit setzt immer mindestens drei Beteiligte voraus: den Einsatzbetrieb (Entleiher), der Personalbedarf hat, das Zeitarbeitunternehmen (Verleiher), das gewerbsmäßig seine Arbeitnehmer an Einsatzbetriebe überlässt, und den Mitarbeiter des Zeitarbeitunternehmens( Leiharbeitnehmer). Für den Entleihbetrieb ist dieser Mitarbeiter eine Arbeitskraft auf Zeit, nämlich für Tage, Wochen oder Monate.

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
Das Recht der Zeitarbeit wird geregelt durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) vom 7.8.1972. Es hat im Wesentlichen folgende Zielrichtungen:

* Schutz der in der Zeitarbeit tätigen Arbeitnehmer, insbesondere arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Art
* Unterbindung illegaler Praktiken bei der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung
* Abgrenzung zur privaten Arbeitsvermittlung

Arbeitnehmerüberlassungsvertrag
Das Zeitarbeitsunternehmen schließt mit dem Kunden (Entleiher) einen Vertrag über die Überlassung des Arbeitnehmers (Arbeitnehmerüberlassungsvertrag) und erhält für die Überlassung vom Entleiher eine Vergütung für jede produktive Arbeitsstunde.

Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit
Das Zeitarbeitunternehmen benötigt eine behördliche Erlaubnis. Diese wird im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit von den Regionaldirektionen der Arbeitsagenturen erteilt. Zuständig ist die Regionaldirektion, in dessen Bezirk das Zeitarbeitunternehmen seinen Sitz hat. Der Mitarbeiter darf seit 2004 in dasselbe Kundenunternehmen ohne zeitliche Beschränkung überlassen werden.

Interimsmanagement
Unter der Personal-Dienstleistung Interimsmanagement (Management auf Zeit) versteht man die beratungsmäßige bzw. auf Führungsebene personelle Unterstützung von Unternehmen in Krisenzeiten. Wenn das Unternehmen die Ursachen seiner Krise weitgehend kennt und das Problem beim Management liegt, das nicht in der Lage ist, die Krise zu bewältigen, wird ein so genannter Interimsmanager eingesetzt. Ihm obliegt es, die notwendigen Aufgaben des in der Krise befindlichen Unternehmens zu lösen. Der Interimsmanager wird oft im Rahmen eines Beratungsvertrags i.S.v. § 611 ff BGB mit "Dienstleistungen höherer Art" tätig, als Vorstand oder Geschäftsführer, aber auch andere Rechtsgestaltungen sind möglich. Die Bedarfsfälle reichen von der kurzfristigen Besetzung von Vakanzen bis hin zum tief greifenden Veränderungsmanagement.

Leiharbeitsvertrag
Das Zeitarbeitunternehmen (Verleiher) begründet zu dem Arbeitnehmer einen regulären Arbeitsvertrag und übernimmt alle üblichen Arbeitgeberpflichten (Lohnzahlung, Abführung von Lohnsteuern, Entrichtung von Sozialabgaben, nämlich Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, gewährt dem Arbeitnehmer bezahlten Urlaub, leistet Entgeltfortzahlung im Krankheitsfalle, ist verantwortlich für die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften und sonstigen Schutzgesetzen zugunsten des Arbeitnehmers etc.). Einzige Besonderheit ist, dass das Zeitarbeitunternehmen seine Mitarbeiter nicht auf eigenen Arbeitsplätzen einsetzt, sondern auf denen seiner Kunden, die vorübergehend Personalbedarf haben. Zeitarbeitnehmer erhalten die im Arbeitsvertrag vereinbarte Vergütung, die auch dann geleistet wird, wenn das Zeitarbeitunternehmen einmal keine Einsatzmöglichkeit hat.

Outsourcing
Unter Outsourcing (Auslagerung) ist die vertragliche Übertragung von Aufgaben an Dritte bis hin zur Auslagerung ganzer Abteilungen zu verstehen. Zur Vertragserfüllung werden von dem Dritten als Personal-Dienstleister dessen Mitarbeiter und Knowhow, sowie oft auch das gesamte Equipment, das für die Leistungserbringung notwendig ist, gestellt. Die Arbeiten der ausgelagerten Bereiche werden im Rahmen von Werk- oder auch Dienstverträgen i.S.d. §§ 631 ff, 611 ff BGB zeitlich befristet oder unbefristet ausgeführt. Der Personal-Dienstleister übernimmt für die Erfüllung seiner vertraglichen Aufgaben die volle Gewährleistung bzw. Haftung.

Outplacement
Unter Outplacement versteht man beim Abbau von Personal den Versuch des Arbeitgebers, Mitarbeiter durch Beauftragung eines externen Personal-Dienstleisters planvoll in eine neue berufliche Tätigkeit zu überführen. Der Personal-Dienstleister verpflichtet sich gegenüber dem Auftraggeber gegen ein vereinbartes Entgelt zu entsprechenden Bemühungen.

Personalberatung
Der Bereich der Personalberatung umfasst entgeltliche und unentgeltliche Beratungen von Personal-Dienstleistern für Betriebe zur Unterstützung der Personalabteilungen. Im Regelfall wird die Personalberatung im Rahmen von Beratungsverträgen durchgeführt und auf Stundenbasis abgerechnet oder mit festen Projektetats ausgestattet. Es gelten hierfür die Bestimmungen der §§ 611 ff, 145 ff BGB. Zu den Leistungen eines Personalberaters gehören z.B. die Ideenumsetzung im Bereich Mitarbeitermotivation, psychologische Betreuung und Beratung bei der Personalauswahl, Erstellung von Personalauswahlverfahren uvm.

Personalvermittlung
Personalvermittlung beschäftigt sich mit der Vermittlung von neuen Mitarbeitern an Unternehmen und wird dabei sowohl für Arbeitgeber als auch für Bewerber und Arbeitsuchende tätig. Zeitarbeitunternehmen nehmen diese Aufgabe häufig zusätzlich zu ihrem eigentlichen Leistungsangebot wahr. Für Arbeitgeber übernehmen Personalvermittler - auf deren ausdrücklichen Auftrag - die Suche nach geeignetem Personal, die in der Regel sehr arbeits- und zeitintensiv ist: Anzeigen müssen geschaltet, Bewerbungsunterlagen gesichtet und Bewerbungsgespräche geführt werden. Dies alles kostet ein Unternehmen viel Zeit und Geld. Personalvermittler, für die diese Dienstleistung ihre Kernkompetenz ist, können diese Aufgabe kostengünstig übernehmen. Das Honorar des Personalvermittlers wird frei vereinbart.

PSA’en spielen für die Umsetzung des arbeitsmarktpolitischen Leitprinzips „Fördern und Fordern“ eine wichtige Rolle. Mit Hilfe der PSA soll der Gefahr der drohenden Langzeitarbeitslosigkeit entgegengewirkt und eine rasche Rückkehr in Beschäftigung erreicht werden.

Subsidiärhaftung
Der Begriff der Subsidiärhaftung umfasst die Haftung des Entleihers für vom Verleiher nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer. In Bezug auf die Lohnsteuer kann der Entleiher eine Haftung ausschließen, wenn der Überlassung des Zeitarbeitnehmers eine Erlaubnis nach § 1 AÜG zu Grunde liegt und der Entleiher nachweist, dass er seinen Melde- und Mitwirkungspflichten nachgekommen ist. Diese Möglichkeit eines Haftungsausschlusses besteht aber nicht für die Sozialversicherungsbeiträge; hier haftet der Entleiher subsidiär. Risikominimierung bieten die vom Verleiher regelmäßig zur Verfügung zu stellenden Unbedenklichkeitsbescheinigungen.

Überwachung
Die Regionaldirektionen überwachen die Tätigkeit der Zeitarbeitunternehmen durch regelmäßige Kontrollen. Bei Verstößen gegen das Gesetz können Auflagen erteilt und die erteilte Erlaubnis widerrufen werden.

Weisungsrecht
Der Arbeitnehmer tritt in keine arbeitsvertraglichen Beziehungen zum Einsatzbetrieb, erhält von diesem auch keine Vergütung und keine sonstigen Leistungen, ist aber für die Dauer des Einsatzes der Aufsicht und den Weisungen des Einsatzbetriebes unterworfen, da er in dessen Betrieb eingegliedert wird.

Wichtig !
Das Arbeitsministerium und die Gewerkschaften in Nordhrein-Westfalen wollen mit der Hotline Zeitarbeit die berechtigten Belange der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche unterstützen. Die "Hotline Zeitarbeit" ist unter der Telefonnummer 01803-100218 für 9 Cent pro Minute zu erreichen und wird vom Ministerium für Arbeit & dem DGB betrieben.


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